Viele Abläufe sehen auf den ersten Blick einfacher aus, als sie im Alltag wirklich sind. Auf dem Papier gibt es drei Schritte. In der Realität gibt es Rückfragen, Ausnahmen, alte Gewohnheiten, Zwischendateien und Menschen, die stillschweigend Dinge retten, bevor sie überhaupt sichtbar werden.
Genau deshalb interessiert mich vor jeder technischen Lösung zuerst der tatsächliche Ablauf. Wo beginnt etwas? Wer braucht welche Information? Wo entstehen Wartezeiten? Welche Entscheidung wird immer wieder ähnlich getroffen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird Technik hilfreich statt nur dekorativ.
Ich glaube, dass mein Blick aus echter Berufspraxis hier besonders nützlich ist. Wer selbst mit unklaren Übergaben, Tabellen und kleinen Prozessbrüchen gearbeitet hat, sieht oft schneller, an welcher Stelle eine Automatisierung später wirklich Wirkung entfaltet.
Gute Systeme fühlen sich am Ende nicht spektakulär an. Sie wirken eher so, als hätte der Prozess endlich seine natürliche Form gefunden.
